(München) Lokaljournalismus ist im Alltag der Menschen in Bayern fest verankert: Fast die Hälfte nutzt mindestens ein lokaljournalistisches Angebot täglich oder fast täglich, und lokale Medien genießen deutlich mehr Vertrauen als „Medien allgemein“. Gleichzeitig steht Lokaljournalismus auch in Bayern vor großen Herausforderungen: Im breiten lokalen Informationsmix spielen auch andere Informationsquellen eine wichtige Rolle. Eine Herausforderung ist zudem die Finanzierung. Hohe Zustimmung bedeutet nicht automatisch, dass eine entsprechende Zahlungsbereitschaft besteht.
Für Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, trägt die Vielfalt des lokalen Rundfunks in Bayern entscheidend zu diesem Standing bei:
„Der Tag des Lokaljournalismus ist eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass eine starke lokale Medienlandschaft in Bayern keine Selbstverständlichkeit ist. Viele Menschen wünschen sich ein vielfältiges Angebot aus klassischen und digitalen Formaten, in dem das Lokalradio ein zentraler Baustein im Formatmix ist. Aber wir dürfen nicht warten, dass wir den Wert dieser demokratischen Infrastruktur erst dann zu schätzen wissen, wenn er verloren geht. Damit lokale Vielfalt erhalten bleibt, brauchen wir einen Schutzschirm für lokale Vielfalt, der die Reichweite und Auffindbarkeit lokaler Marken sichert, vielfaltserhaltende Kooperationen ermöglicht und tragfähige Modelle unterstützt, bevor Lücken entstehen.“
Ausgewählte Ergebnisse der Studienauswertung für Bayern:
- Vertrauen: Lokale Medien genießen in Bayern das höchste Vertrauen (53%), deutlich vor „Medien allgemein“ (41%).
- Nutzung: Fast die Hälfte nutzt Lokaljournalismus täglich oder fast täglich; 94% mindestens einmal im Monat.
- Informationsmix: Kommunale Quellen sind in der Monatsreichweite sehr präsent (77%) und bei konkreten Anlässen oft erste Anlaufstelle.
- Finanzierung: Trotz hoher Zufriedenheit (58%) haben nur 29% ein kostenpflichtiges Abo.
Die komplette Bayern-Auswertung der Studie „Lokaljournalismus & Demokratie“ finden Sie hier.
zur Pressemeldung (Hrsg.: Bayerische Landeszentrale für neue Medien)
