(Zürich) Obwohl die SRG entschieden hat, auch wieder über UKW zu senden, rüstet der Bund seine Tunnel nicht wieder mit UKW aus.
Die Ausrüstung der Tunnels mit UKW wäre für den Bund mit hohen Kosten verbunden, sagt Jérôme Jacky, der Sprecher des Bundesamtes für Strassen Astra. «Stand jetzt ist es nicht vorgesehen, dass die Tunnel wieder mit UKW ausgerüstet werden.»
Keine gesetzliche Pflicht
Jacky spricht von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. Denn alte Anlagen seien abgebaut worden und müssten neu installiert werden. Zudem habe es nie eine gesetzliche UKW-Tunnelpflicht gegeben. Anders sei dies bei der DAB-Verbreitung.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer mit einem reinen UKW-Radio bedeutet das weiterhin Unterbrüche in längeren Tunneln. Schätzungen zufolge betrifft das noch immer mehr als ein Drittel der Fahrzeuge.
Kein Verständnis für den Astra-Entscheid hat Mitte-Nationalrat Philipp Kutter (ZH). Er hat sich stark für das UKW-Comeback eingesetzt und will nun auch die Versorgung in den Tunneln auf die politische Agenda bringen.
«Ich finde, das ist ein vernünftiger Kostenaufwand. Und ich werde mich auf alle Fälle dafür einsetzen, dass diese verhältnismässig nicht allzu hohen Kosten aufgewendet werden im Sinne der Verkehrssicherheit», sagt Kutter. Man könne auf der Tonspur andere, weitergehende und genauere Informationen übermitteln als über ein anderes akustisches oder auch visuelles Signal.
Keine Sicherheitsrelevanz
Dem widerspricht Astra-Sprecher Jacky: «Die Information der Verkehrsteilnehmenden erfolgt primär über visuelle Systeme.»
Bei Stau oder Ereignissen würden beispielsweise Blinksignale warnen, im Brandfall würden Notausgänge durch Lichtsignale gekennzeichnet und der Tunnel würde am Portal mit Rotlicht gesperrt. Für die Sicherheit im Tunnel spiele Radio höchstens noch eine ergänzende Rolle, so Jacky.
Noch ist offen, wann genau auch SRG-Sender wieder über UKW zu hören sein werden. Man werde zu gegebener Zeit informieren, sagt die SRG.


