(Berlin) DAB+, das digitale Radio von heute, bleibt ein starker Treiber der Digitalisierung des Hörfunks. Die aktuellen Audio Trends der Medienanstalten zeigen: Die Nutzung des digital-terrestrischen Radios steigt weiter.
DAB+ oder Webradio nutzen inzwischen 66 Prozent der Radiohörenden. Rund 42 Millionen Menschen gehören zum weitesten Hörerkreis, also zu den Personen ab 14 Jahren, die in den vergangenen vier Wochen Radio über digitale Empfangswege gehört haben. Gegenüber 64 Prozent im Jahr 2025 setzt sich der positive Trend fort.
DAB+ wächst und liegt vor Webradio
DAB+ liegt in der Nutzung weiterhin vor Webradio. Innerhalb von vier Wochen hören 25 Millionen Menschen DAB+. Das entspricht 39 Prozent der Radiohörenden und einem Plus von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. An einem durchschnittlichen Tag nutzen mehr als 14 Millionen Menschen DAB+. Die Verweildauer bleibt mit 156 Minuten stabil.
Webradio erreicht innerhalb von vier Wochen mehr als 17 Millionen Menschen. Das entspricht 27 Prozent der Radiohörenden, gegenüber 26 Prozent im Jahr 2025. Täglich hören durchschnittlich 5,6 Millionen Menschen Webradio. Die Verweildauer liegt bei stabilen 113 Minuten.
Haushaltsausstattung wächst
Auch die technische Ausstattung entwickelt sich weiter: 41 Prozent der Haushalte verfügen inzwischen über mindestens ein DAB+ Gerät, nach 40 Prozent im Vorjahr. 28 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren haben Zugang zu einem DAB+ Autoradio. 2025 waren es 25 Prozent. Die Netto-Digitalisierungsquote liegt bei 78 Prozent, nach 77 Prozent im Vorjahr. Diese bezeichnet den Anteil der Radiohörenden, die mindestens ein DAB+ Gerät besitzen oder bereits Webradio genutzt haben.
Ländervergleich: Spitzenreiter Bayern, Dynamik in Schleswig-Holstein
47 Prozent der bayerischen Haushalte haben mindestens ein DAB+ Radio. Es folgen Sachsen-Anhalt (45 Prozent), Thüringen (44 Prozent) und Sachsen (43 Prozent). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 41 Prozent. Mit 181 Minuten weist Bayern zudem die höchste Verweildauer der DAB+ Hörenden auf. 2025 waren es dort 173 Minuten, bundesweit sind es 156 Minuten.
Schleswig-Holstein legt bei der DAB+ Nutzung überdurchschnittlich zu: 44 Prozent der Radiohörenden haben innerhalb von vier Wochen DAB+ gehört (2025: 38 Prozent). Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im Länderranking rückt das nördlichste Bundesland damit auf den dritten Platz vor (gleichauf mit Sachsen; davor liegen Thüringen mit 48 und Bayern mit 45 Prozent). Gemessen an der Verweildauer entfallen in Schleswig-Holstein 26 Prozent der Radionutzung auf DAB+ und Webradio zusammen (2025: 22 Prozent). Höhere Werte haben nur Bayern und Sachsen. In Schleswig-Holstein soll die Programmverbreitung bis 2031 schrittweise vollständig von UKW auf DAB+ und IP umgestellt werden. Darauf haben sich die Programmanbieter und das Land verständigt.
