Mit dem bundesweiten Warntag 2026 startet ASA (Automatic Safety Alert) in den DAB+ Netzen der Bayern Digital Radio (BDR) in den Regelbetrieb. Eine besondere Rolle übernimmt das Funkhaus Ingolstadt, das als ASA-Akteur regionale Warnungen eigenverantwortlich über DAB+ und den eigenen Radiodienst auslösen kann. Damit wird DAB+ zu einem zusätzlichen, leistungsfähigen und skalierbaren Warnweg für den Bevölkerungsschutz in Deutschland.
[München] Am Donnerstag, 10. September 2026, fand der bundesweite Warntag statt. Bund, Länder und Kommunen überprüften dabei erneut die Funktionsfähigkeit unterschiedlicher Warnmittel für den Bevölkerungsschutz. Auch die Betreiber der DAB+ Sendernetze beteiligten sich bundesweit an dem Aktionstag. Für die Bayern Digital Radio (BDR) und das Funkhaus Ingolstadt hatte der diesjährige Warntag dabei eine besondere Bedeutung. Mit der erfolgreichen Erprobung verschiedener Ausspielwege beginnt der Regelbetrieb des Warnsystems ASA (Automatic Safety Alert) in den Sendernetzen der BDR.
Funkhaus Ingolstadt übernimmt eigene Verantwortung für Warnungen
Eine herausgehobene Rolle nimmt das Funkhaus Ingolstadt ein. Im DAB+ Netz Ingolstadt (Kanal 6A) ist das Funkhaus selbst als ASA-Akteur eingebunden. Grundlage dafür ist eine Multiplikatorenvereinbarung mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie eine eigene Anbindung an das Modulare Warnsystem MoWaS.
Damit kann das Funkhaus eingehende Warnmeldungen eigenverantwortlich über die ihm zur Verfügung stehenden Rundfunkwege verbreiten. Die technische Infrastruktur ermöglicht es, eingehende MoWaS-Meldungen automatisiert zu prüfen, daraus per Text-to-Speech eine Audiowarnung zu erzeugen und diese unmittelbar über den eigenen Radiodienst „Oldie Welle Ingolstadt“ auszustrahlen.
Gleichzeitig löst das Funkhaus im DAB+ Netz Ingolstadt eine ASA-Warnung aus. Entsprechend ausgestattete Radios im Versorgungsgebiet werden dadurch automatisch aus dem Stand-by-Betrieb aktiviert oder aus dem laufenden Radioprogramm auf den vorgesehenen Warnservice umgeschaltet.
„Mit der Einbindung des Funkhauses Ingolstadt zeigen wir, wie sich ASA nicht nur auf bundesweiter Ebene, sondern auch auf regionaler Ebene nutzen lässt. Warninformationen können damit schnell und automatisiert über den Rundfunk verbreitet werden“ so Frank Strässle, Geschäftsführer der BDR.
BDR schafft die technische Verbindung zum DAB+-Netz
Die BDR stellt dafür die notwendige technische Infrastruktur innerhalb ihres DAB+ Netzes bereit. Das Funkhaus kann ASA-Warnungen direkt am Multiplexer-Standort Ingolstadt auslösen. Dabei kommen sogenannte TE-Trigger (Tuned Ensemble Trigger) zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass geeignete Radios innerhalb des lokalen DAB+ Ensembles gezielt auf den entsprechenden Warnservice umschalten.
In den übrigen BDR-Netzen übernimmt die BDR in Zukunft eine andere Funktion: Die von der bundesweiten Plattform 5C ausgesendeten ASA-Trigger werden an den BDR-Multiplexer-Standorten München, Augsburg und Nürnberg empfangen. Dort werden sie in sogenannte OE-Trigger (Other Ensemble Trigger) umgewandelt und anschließend in die jeweiligen BDR-Ensembles eingespeist. Erreicht ein solcher Trigger ein ASA-fähiges Radio, veranlasst er die automatische Umschaltung auf das bundesweite Ensemble 5C und den dort ausgestrahlten Service „ASA DE“.
Zwei Warnwege parallel im Netz Ingolstadt
Im DAB+ Netz Ingolstadt kommen in Kürze beide technischen ASA-Varianten zum Einsatz. Der vom Funkhaus Ingolstadt ausgelöste TE-Trigger ist bereits realisiert und wird dabei priorisiert. Sollte dieser Weg einmal nicht zur Verfügung stehen, können die von der BDR verbreiteten OE-Trigger in Kürze genutzt werden. Auch im Netz Ingolstadt ist dann die Umschaltung auf das bundesweite Ensemble 5C und den dort verfügbaren Warnservice möglich.
Der bundesweite Warntag 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass DAB+ mit ASA einen automatisierten und skalierbaren zusätzlichen Warnweg zur Verfügung stellen kann. Die BDR verbindet dabei die bundesweite Warninfrastruktur mit den regionalen DAB+ Netzen – und schafft mit dem Funkhaus Ingolstadt zugleich die Möglichkeit, Warnungen auch auf regionaler Ebene auszulösen.
Bundesweiter Warntag als Startpunkt von „ASA DE“
Im bundesweiten DAB+ Ensemble 5C wurde zum Warntag erstmals eine flächendeckende Warnung ohne geografische Einschränkung durch Geo-Codes ausgestrahlt. Dadurch konnten sämtliche ASA-Radios im Versorgungsgebiet erreicht werden. Geräte, die auf ein bundesweites DAB+ Programm eingestellt waren oder das Ensemble 5C für die Stand-by-Überwachung ausgewählt hatten, wurden um 11:00 Uhr automatisch auf den bundesweiten ASA-Service „ASA DE“ umgeschaltet, beziehungsweise aus dem Stand-by-Betrieb aktiviert. Ein Sendersuchlauf am DAB+ Radio ist zum Empfang von „ASA DE“ in der Regel notwendig.
Auf dem Service wurden Informationen zum bundesweiten Warntag und zum ASA-System ausgestrahlt. Gleichzeitig wurden die Hörerinnen und Hörer aufgefordert, den individuellen Standort-Code in ihrem ASA-fähigen Radio zu hinterlegen. Dieser ist Voraussetzung dafür, dass künftig auch Warnungen, die über Geo-Codes gezielt auf bestimmte Regionen begrenzt werden, korrekt ausgewertet werden können.
Über ASA
Das Warnsystem ASA schützt die Bevölkerung mit verlässlichen Sicherheitsmeldungen im DAB+ Radio und ist Teil des sogenannten Warnmittelmixes in Deutschland mit Cell Broadcast, Sirenen und Apps. Hörerinnen und Hörer werden auch dann informiert, wenn Mobilfunk- oder Internetverbindungen unterbrochen sind. ASA arbeitet automatisch im Hintergrund, lässt sich regional an den Wohnort anpassen und nutzt die hohe Verfügbarkeit des DAB+ Sendernetzes. ASA-zertifizierte Radiogeräte sind im Handel und online erhältlich. Hörerinnen und Hörer finden unter www.dabplus.de/asa weiterführende Informationen.

