(Hannover) DAB+ hat mit Automatic Safety Alert (ASA) ein Verfahren entwickelt, um im Katastrophenfall zuverlässig Warnungen zu verbreiten. Hintergrund sind unter anderem die in Krisensituationen möglichen Ausfälle von Mobilfunknetzen sowie die eingeschränkte Erreichbarkeit über herkömmliche Radio-Warnsysteme. Da nicht jedes DAB+-Netz über ein umfassendes Warnmanagement verfügen muss, können Warnmeldungen aus anderen Ensembles mithilfe der Technologie von RFmondial unkompliziert in das eigene Netz übernommen werden. Die technische Auslösung und Weiterleitung solcher Warnmeldungen aus anderen Ensembles erfolgt bei der Bayern Digital Radio GmbH (BDR) über mehrere RF-DAB-Mess- und Monitoring-Empfänger, die im bayernweiten Sendernetz eingesetzt werden.
Um für den bundesweiten Warntag 2026 in Deutschland einsatzbereit zu sein, hat die BDR eine vollständig redundante Systemarchitektur implementiert. Einerseits empfängt das System den bundesweiten DAB+ Multiplex auf Kanal 5C. Andererseits leiten die RF-DAB-Empfänger von RFmondial eingehende ASA-Warnmeldungen an mehrere regionale DAB+ Netze weiter. Diese signalisieren den DAB+-Empfangsgeräten, auf die Warnmeldung zu reagieren und auf das bundesweite Programm umzuschalten.
Sogenannte Pre-Trigger informieren die Empfangsgeräte bereits im Vorfeld über eine bevorstehende Warnung. Dadurch erhalten die Geräte ausreichend Zeit, aus dem Stand-by-Modus zu starten und auf den bundesweiten Kanal 5C umzuschalten, sodass die eigentliche Warnmeldung rechtzeitig empfangen werden kann.
Alexander Jahn, Operations Manager der Bayern Digital Radio, erklärt dazu: „Für einen wirksamen Bevölkerungsschutz ist eine belastbare und resiliente Rundfunkinfrastruktur erforderlich. Die nun implementierte Lösung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Einführung von ASA in Bayern.“
Eine vollständige Beschreibung der bei der BDR implementierten Systemarchitektur ist in den ASA Guidelines von RFmondial verfügbar.
