(Frankfurt am Main) Am 13. Februar wird weltweit der Welttag des Radios gefeiert – ein Anlass, um auf ein Medium zu blicken, das seit über einem Jahrhundert Menschen unterhält, informiert und begleitet. Was einst mit ersten drahtlosen Tonexperimenten begann, ist heute noch immer ein hochmodernes, digitales Massenmedium mit großer gesellschaftlicher Relevanz.
Die Ursprünge des Radios reichen bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück. Eine einzelne Person als „Erfinder“ zu benennen, ist kaum möglich: Zu viele technische Durchbrüche und kluge Köpfe trugen zur Entwicklung bei. Als Meilenstein gilt die Weihnachtssendung des kanadischen Ingenieurs Reginald Fessenden im Jahr 1906. Er übertrug erstmals Sprache und Musik per Funk – mit Schallplattenmusik, einem live gespielten Violinstück und gesprochenem Wort. Diese Sendung, die bis in die Karibik empfangen wurde, markierte den Beginn des Radios als Unterhaltungs- und Informationsmedium.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Hörfunk weltweit mit großer Dynamik. Bereits in den 1920er-Jahren entstanden feste Radioprogramme – etwa in den USA mit der Gründung des ersten landesweiten Radionetzwerks NBC im Jahr 1926 oder in Europa mit frühen Sendestationen wie dem Eiffelturm in Paris und dem Berliner Funkturm. Letzterer wurde 1926 anlässlich der 3. Funkausstellung errichtet und markiert den Aufbruch des Rundfunks in Deutschland. Die IFA selbst machte bereits mit ihrer ersten Ausstellung die gesellschaftliche Bedeutung des neuen Mediums sichtbar. Entsprechend entwickelte sich das Radio auch in Deutschland rasch zu einem der ersten elektronischen Massenmedien: niedrigschwellig, reichweitenstark und unabhängig von Bildung oder sozialem Status nutzbar.
Diese Eigenschaften prägen das Radio bis heute. Es ist unmittelbar, verlässlich und nah am Alltag der Menschen. Gleichzeitig war und ist das Radio ein technologischer Impulsgeber: Ohne Rundfunktechnik wären Entwicklungen wie Fernsehen, Flugfunk, Seefunk oder moderne Funknavigation kaum denkbar gewesen.
Vom UKW-Zeitalter zur digitalen Zukunft
Mit der Einführung von DAB+ ,ab dem Jahr 2007, hat die Digitalisierung des Hörfunks eine neue Phase erreicht. Digitalradio bietet mehr Programme, stabileren Empfang, zusätzliche Datendienste und eine deutlich effizientere Frequenznutzung. Das DAB+-Netz wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut und erreichte Ende 2025 über 91% der Bevölkerung. Die analoge UKW-Verbreitung wird bereits schrittweise zurückgefahren, eine vollständige Ablösung durch DAB+ steht für 2027 im Raum.
Bei den Hörerinnen und Hörern wächst die Akzeptanz für das neue Übertragungsverfahren: Laut aktuellen Audio-Marktdaten verfügen inzwischen rund 40 Prozent der deutschen Haushalte über mindestens ein DAB+-fähiges Gerät – mit stark steigender Tendenz. Besonders im Auto, wo DAB+ Empfänger auch gesetzlich vorgeschrieben sind, aber auch im Wohnbereich.
Radio bleibt – nur anders
Für die Menschen bleibt das Radio ein unverzichtbares Medium: Es informiert verlässlich, bietet Orientierung, fördert kulturelle Vielfalt und erreicht Menschen auch in Krisensituationen. Dass sich Technik und Verbreitungswege verändern, ist dabei kein Bruch, sondern Teil seiner Geschichte. In diese Entwicklung fügen sich auch Podcasts ein – als zeitunabhängige, digitale Erweiterung des Hörfunks, die moderne Erzählformen ermöglichen und das Radio dorthin bringen, wo Menschen heute eben auch hören: mobil, individuell und on demand.
„Radio ist eines der anpassungsfähigsten Medien überhaupt“, sagt Carine Chardon, Geschäftsführerin der GFU Consumer & Home Electronics GmbH. „Von den ersten Funksignalen bis zum digitalen Hörfunk hat es sich immer wieder neu erfunden. Digitales Radio steht für diese Weiterentwicklung: für Qualität, Vielfalt und Zukunftssicherheit – und dafür, dass Radio auch in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle im Medienmix spielen wird.“
