Glossar

Background
 

Die wichtigsten Fachbegriffe

 
A
Algorithmus
Rechenvorschrift zur Bildung codierter Bitfolgen.
 
Analog
Verfahren, bei dem Bild- oder Tonsignale entsprechend ihren Eigenschaften (Helligkeit, Lautstärke) aufgezeichnet oder übertragen werden.
 
Audio Stream
Audiostreams sind bei Digital Radio kontinuierliche Datenströme, die MPEG 1 Audio Layer 2 Frames enthalten und damit akkustische Informationen darstellen. Damit lassen sich gewohnte Radioprogramme übertragen und auf der Empfängerseite anhören. In Digital Radio wird das MUSICAM Format verwendet, das zwei MPEG konforme PADs für Zusatzdaten vorsieht, nämlich das F-PAD und das X-PAD. Dies wird auch als PAD Datendienste bezeichnet.. Diese werden in der Regel dazu verwendet, programmbegleitende Daten zu übertragen, also Daten die direkt zu den akkustischen Informationen gehören. Zusätzlich können in DIGITAL RADIO aber auch außerhalb der Audiostreams Daten übermittelt werden, nämlich in gesonderten NPADSubchannels, die auch im packet mode übertragen können.
 
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B
Band III
Frequenzbereich von 174-240 MHz, der für großflächige Sendernetze bei der Übertragung von Digital Radio eingesetzt wird. In diesem Bereich liegt auch der Fernsehkanal 12, der europaweit für DAB koordiniert ist.
 
Bandbreite
Bei Bandbreite muß man zwischen Kapazität und Frequenzband unterscheiden. Die Breite eines belegten Frequenzbandes wird in Hz (Hertz) angegeben und bezeichnet einen Bereich im elektromagnetischen Frequenzspektrum. Zum Beispiel hätte der Bereich von 228,304 MHz bis 229,840 MHz eine Bandbreite von 1,536 MHz. Die Kapazität hingegen wird in bit/s angegeben. Zum Beispiel 1,7 Mbit/s Datenrate (oder Bandbreite) in einem DAB Ensemble. Beide Verwendungen des Begriffs haben aber durchaus miteinander zu tun, denn mehr Platz im Frequenzband ermöglicht auch größere Übertragungskapazitäten zu nutzen.
 
Bit
Kleinste Einheit bei digitalen Signalen; jedes Bit stellt eine Elementarentschediung (0 oder 1) dar.
 
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C
COFDM
Abkürzung für Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex. Übertragungsverfahren für DAB-Daten; die Informationen werden auf eine Vielzahl von Unterträgern in einem breiten Frequenzblock aufgeteilt. Dadurch wird eine hohe Sicherheit gegen Störungen erreicht.
 
CU
Abkürzung für Capacity Unit (= Kapazitäts Einheit). Dies bezeichnet die Standard Maßeinheit für die Übertragungskapazität (Bandbreite) in einem DAB Multiplex. Dabei sind mit CU immer die Netto-Nutzdaten (also Payload) gemeint, also Bandbreite, bereits abszüglich der Fehlerschutzmaßnahmen. Entsprechend sind die zur Verfügung stehenden CU vom protection level abhängig. Die CU bezeichnen dabei eine bestimmte Datenmenge die pro Zeiteinheit übertragen werden kann. Die Umrechnung zu KBit/s ist jedoch nicht ganz linear, aufgrund von Verschnitt. Ein CU bezeichnet 64bit (=8 Byte) aus einem CIF (Frame) von 55'296 bit (=6.912 kByte). Alle 24ms wird ein solcher CIF gesendet. Da ein CIF aus 864 CUs besteht, stehen somit auch alle 24ms 864 CUs zur Verfügung. Wenn man von Kapazitäten in einem Ensemble spricht, meint man immer CUs aus dem CIF. Alle Subchannels in einem Ensemble teilen sich dabei die 864 CUs aus dem CIF.
 
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D
DAB
Abkürzung für Digital Audio Broadcasting. Von der EU-Forschungsinitiative EUREKA 147 entwickleltes und standardisiertes Verfahren zur digitalen Übertragung von Radiosignalen.
 
Datendienste
Beliebige einmalig oder regelmäßig ausgesendete digitale Daten, die entweder programmbegleitend (PAD) oder programmunabhängig (NPAD), im packet mode oder im stream mode übertragen werden.
 
Datenrate
Zahl der pro Zeiteinheit übertargenen Bit.
 
Digitalisierung
Vorgang der Bildung digitaler Signale aus analogen Signalen. Digital Radio weltweit gültiger Markenname für Radioübertragung nach dem DAB-Verfahren.
 
Dynamic Label
Zuständig für das ständig wechselnde mitsenden von kleinen Kurztexte im PAD. Die Idee dazu kommt von der dynamischen Nutzung des UKW-RDS Stationslabels. Dieses wurde oft mit aktuellen Informationen und Werbung, die alle paar Sekunden wechselte, überladen und missbraucht. Bei Digital Radio ist auch dem Rechnung getragen und für solche dynamischen Informationen ist das Dynamic Label vorgesehen, während das Stations Label statisch immer auch wirklich den Stationsnamen anzeigt.
 
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E
Ensemble
Paket (auch Multiplex genannt) aus etwa 5 bis 9 Radioprogrammen und zusätzlichen Datendiensten. Es hat eine fixe Gesamtkapazität, die aber flexibel unter den verschiedenen Programmen und Diensten aufgeteilt werden kann. Jedes Ensemble bzw. jeder Multiplex wird wie ein klassisches UKW-Radioprogramm in einem bestimmten Bereich ausgestrahlt, z.B. innerhalb des Bundeslandes oder nur in einer Stadt, oder vielleicht auch in gesamt Deutschland. In einem Gebiet können dabei viele verschiedene Ensembles ausgestrahlt werden. Ein Ensemble bzw. Multiplex verwendet dabei aber immer nur eine einzige Frequenz und hat eine eindeutige Identifikationsnummer und einen Namen. Die Ausbreitungsgebiete der Ensembles werden dabei auch als Bedeckungen bezeichnet. Der Datenstrom des DAB-Mulitplex hat eine maximale Kapazität von ca. 1,7 Mbit/s, den sich normalerweise mehrere Radioprogramme (Audiostreams) und Datenkanäle (NPAD, packet) teilen. Der Name Multiplex bezieht sich darauf, daß die einzelnen Datenströme gemultiplexed werden (also jeweils abwechselnd stückchenweise gesendet werden). Ein Multiplex braucht auf dem Frequenzband 1,5 MHz Bandbreite. Die in einem Multiplex übertragene Gesamtzahl an Daten, Diensten und Programmen wird auch Ensemble genannt. (siehe auch COFDM)
 
EPG
EPG (Electronic Programme Guide) wurde Anfang 2005 als Standard (ETSI TS 102 818) für DAB europaweit verabschiedet. Der Service bietet Programmanbietern die Möglichkeit, eine Programmvorschau mit detaillierter Beschreibung einzelner Hörfunksendungen zu übertragen. Typischerweise umfasst der EPG neben dem aktuellen die folgenden sechs Tage. Somit wird dem Hörer eine verbesserte, weil senderübergreifende Auswahlhilfe im Radioprogramm angeboten. Intuitiv platzierte Bedienknöpfe ermöglichen zusätzlich noch eine komfortable Navigation durch den der EPG-Service.
 
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F
FIC
Abkürzung für Fast Information Channel (= Schneller Informations Kanal). Der FIC ist vorallem als Systemsteuerkanal konzipiert. Das bedeutet, daß hier alle Informationen über den Inhalt und die Struktur des Multiplex übertragen werden, also Sendernamen, welches PAD zu welchen Radioprogramm gehört, welche PTys diese Programme haben und ggf. auch welche Programme wohin umgeleitet werden oder welcher Durchsagentyp eine Durchsage hat. Im FIC kann eine unterschiedliche Anzahl an FIGs (=Fast Information Groups) übertragen werden, die sich durch ihren Typ unterscheiden und jeweils für unterschiedliche Informationen vorgesehen sind. Der FIC ist neben seiner Funktion als Systemsteuerkanal auch zusätzlich für die Übertragung von Daten andere Anwendungen vorgesehen. Der dafür vorgesehene Teil des FIC heißt FIDC (siehe ggf. dort). Für den FIC werden FIGs des Typs 5 verwendet.
 
FIDC
Abkürzung für Fast Information Data Channel. Der FIDC ist Teil des FIC und entspricht der Gruppe 5 (FIGs vom Typ 5). Der FIDC dient für diverse Arten von Anwendungen die nicht direkt mit dem Inhalt oder der Struktur des Multiplex zu tun haben. z.B. lassen sich Verkehrsinformationen per TMC im FIDC übertragen. Der Vorteil besteht darin, daß alle Empfänger den FIC sowieso auswerten müssen um ein Ensemble zu empfangen und diese Anwendungsdaten somit automatisch mitdekodieren und zur Verfügung haben. Durch Verwendung des FIDC-Identifiers (IDCId) können verschiedene Anwendungen unterschieden werden, wie etwa TMC, Paging, Daten für Notfall-Warnsysteme (EWS), etc.
 
FM
Abkürzung für Frequenzmodulation.
 
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G
Gleichwellennetz
Im Gegensatz zu einem Mehrfrequenznetz senden in einem Gleichwellennetz alle Sender des Netzes auf der selben Frequenz. Dazu ist es notwendig die einzelnen Sender exakt zu koordinieren und zu synchronisieren. Ein Sendernetz stellt dabei eine Gruppe von Sendestandorten dar, die auf ein Gebiet verteilt sind in dem ein bestimmtes Radioprogramm bzw. ein Ensemble ausgestrahlt werden soll. Bei UKW konkurrieren diese Sender um die Frequenzen und der Empfänger muss sich für eine der Frequenzen und Signale entscheiden. Bei Digital Radio ergänzen sich die einzelnen Sender und derEmpfänger kann verschiedene Signale aufsammeln um den Empfang zu verbessern.
 
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J
JPEG
Abkürzung für Joint Pictures Expert Group - Datenformat zur Übertragung von Bildern im Internet und in DAB-Datendiensten.
 
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L
L-Band
Frequenzbereich von 1.452 MHz bis 1.492 MHz, der in 9 Kanäle unterteilt ist (LA, LB, LC, LD, LE, LF, LG, LH, LI). Diese 9 Kanäle werden für die regionalen Ensembles von Digital Radio verwendet. Man spricht dabei auch von der zweiten Bedeckung. Ganz Deutschland ist dabei in einen Fleckenteppich aufteilt, bei dem jede Fläche einen Kanal aus dem L-Band zugewiesen bekommen hat und zwar so, daß zwischen zwei Flächen mit dem gleichen Kanal genügend Abstand verbleibt. Dieser Flächenteppich bei L-Band ist wesentlich kleingliedriger als der des Band III. Die Flächen sind so ausgerichtet, dass sie jeweils einzelne Städte oder Ballungsgebiete mitsamt ihrem Umland bedecken. Die Idee ist, regionale Programme und Informationen für diese Städte auf den entsprechenden L-Band Frequenzen auszustrahlen.
 
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M
Mehrwegempfang
Durch Reflexionen an Gebäuden oder natürlichen Hindernissen gelangt das Signal auf mehreren Wegen von der Sendeantenne zum Empfänger. Bei analogen Systemen wie UKW führt dies zu Empfangsstörungen während bei DAB eine Verbesserung der Empfangsqualität erreicht wird.
 
Mode
DAB kann in vier verschiedenen Modes übertragen werden (nicht zu verwechseln mit den protection leveln). Diese Modes stellen Optimierungen für verschiedene Übertragungsarten und Ausbreitungsgebiete dar. Dabei geht es vorallem darum das COFDM Gleichwellennetz optimal abzustimmen. Bei jedem der vier Modes (I, II, III, IV) wird eine andere Zusammenstellung von Parametern wie Symboldauer, Schutzintervall, Nullsymboldauer, Unterträgerzahl, Unterträgerabstand, etc. gewählt. Mode I: Optimiert für die Übertragung im VHF Bereich (Band III - Kanal 12) und deshalb verwendet für die landesweiten Ensembles. Erlaubt ungestörten Empfang bis ca. 240 km/h. Verwendet 1536 Unterträger. Mode II: Optimiert für eine Aussendung im Bereich bis 1.5 GHz. Es wird eine kleinere Unterträgerzahl, ein größerer Trägerabstand und ein kürzeres Schutzintervall verwendet. Geeignet für die Verwendung in kleinen Gleichwellennetzen, z.B. für die regionalen/lokalen Ensembles im L-Band. Mode III: Optimiert für die Aussendung von DAB über Satelit, über Frequenzen bis 3 GHz. Hat eine kurze Symboldauer und ein kurzes Schutzintervall. Mode IV: Ist ein Kompromiss zwischen Mode I und Mode II mit einigen speziellen Auslegungen.
 
MOT
Abkürzung für Multimedia Object Transfer. Konzept zur Übertragung von Multimedia-Dateien. Dabei werden die Dateien zyklisch wiederholt und in einem MOT-Directory das regelmäßig übertragen wird, ist vermerkt, welche Dateien existieren und wann und wie oft diese gesendet werden. Es sind noch eine Reihe weiterer Funktionen darin vorgesehen, etwa Versionsnummern und eindeutige Identifikatoren für die einzelnen Dateien. Verwendet wird das MOT für NPAD im packet mode. Benutzt werden kann das MOT für alle Arten von Files, die beim Sender hinterlegt und dann sukszessive zum Empfänger übertragen werden und dort gespeichert werden. Dadurch können beliebige Dateiformate (etwa auch MP3, ACC, ...) übermittelt werden. Zudem können beliebige Applikationen unterstützt werden, für die das MOT lediglich den gesicherten Datentransfer übernimmt. In diesem Bereich liegen somit in Zukunft alle Möglichkeiten offen, für eine große Palette an Applikationen.
 
MUSICAM
Abkürzung für Masking Pattern Universal Sub-Band Integrated Coding and Multiplexing/Motion Pictures Expert Group. Verfahren zur Datenreduktion bei DAB; Töne unterhalb der Ruhehörschwelle und der Mithörschwelle werden ausgefiltert, ohne daß ein hörbarer Qualitätsverlust entsteht.
 
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N
Netzbetreiber (DAB)
Von der Regulierungsbehörde für Telekomunikation und Post für den Betrieb von DAB-Sendernetzen lizenzierte Unternehmen. Aufgabe dieser Firmen ist es, die Verbreitung von Digital Radio-Programmen und Diensten durch den Aufbau eines DAB-Sendernetzes sicherzustrellen.
 
NPAD
Abkürzung für Not Programm Assoziated Data (= Nicht Programmbegleitende Datendienste). Dies bezeichnet alle Datendienste die in einem Ensemble gesendet werden und nicht direkt zu einem Radioprogramm gehören. Dies können sein z.B.: Webseiten, Kinoprogramm, Preisinformationen für Tankstellen, etc. NPAD wird meißtens im packet mode übertragen, wobei die Daten nicht kontinuierlich übertragen werden sondern Stückchenweise und i.a. als einzelne Files. Alternativ ist aber ebenso der stream mode möglich. Im Gegensatz zu NPAD gibt es noch PAD.
 
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P
Packet Mode
Datendienste (also alles außer den Datenströmen der Radioprogramme) können im package mode (oder alternativ im stream mode) übertragen werden. Der package mode bezeichnet dabei eine nicht kontinuierliche Aussendung (wechselnde Bandbreite). Radioprogramme können nicht im package mode übertragen werden, sondern nur im stream mode. Für den package mode existiert zur sinnvollen Übertragung von Multimedia-Files das MOT-Protokoll. Der package mode wird optimaler Weise für alle Anwendungen verwendet in denen filebasierte Dienste verwendet werden. Dabei regelt ein Datenserver welches File wann und wie oft übertragen wird. Dadurch ist es auch möglich die Files von verschiedenen Content Providern miteinander zu kombinieren und jedem Content Provider dennoch nur eine ganz bestimmte individuelle Bandbreite zu zu weisen.
 
PAD
Abkürzung für Program Associated Data. Begleitende Datendienste, die von einer Hörfunkstation parallel zum Radioprogramm ausgesendet werden (z.B. Titel und Interpret des aktuellen Musikstücks).
 
Protection Level
Der Protection Level gibt an, wieviel Redundanz zur Fehlerkorrektur in einem Subchannel vorgesehen werden. Je mehr Redundanz man einbaut umso mehr Übertragungsprobleme können beim Empfänger noch korrigiert werden ohne daß der Hörer etwas davon mitbekommt. Dies verbraucht aber auch Bandbreite. Je höher der Protection Level ist umso weniger Nutzdaten können, bezogen auf die Gesamtdatenrate, übertragen werden. Man spricht hier auch von der Koderate, die sich aus Nettodatenrate, geteilt durch die Bruttodatenrate ergibt. Es muss immer ein Kompromiss aus Fehlerschutz und Sparsamkeit gefunden werden. Es hat sich deshalb in der Praxis ein Protection Level von 3 ergeben. Die Skala reicht dabei von 1 bis 5. Dabei stellt Level 5 den geringsten Schutz dar, mit einer Koderate von 75%, wähend Level 1 den größten Fehlerschutz darstellt mit einer Koderate von etwa 34%. Wird Digital Radio nicht terrestrisch ausgestrahlt (wie bisher üblich) sondern ins Kabel eingespeist oder per Satelit übermittelt, so können auch die Protection level angepaßt werden.
 
PTY
Abkürzung für Programm Type (= Programmart / Programmfarbe). Dadurch kann die Programmart eines Radioprogramms in einem Ensemble mit übertragen werden. Das System existiert in stark eingeschränkter Form auch in UKW-RDS. Im Digital Radio wurde es erweitert und in den FIC integriert. Jeder Empfänger bekommt dadurch augenblicklich mit welche Programmart in welchem Programm gesendet wird und welche Durchsagen in welchem Programm erfolgen. Bei Digital Radio sind dabei sowohl Kombinationen von PTys möglich (wie z.B. "Hörspiel" + "für Kinder"), als auch die explizit dynamische Vergabe von PTys, die sich nur auf einzelne Themenblöcke oder Lieder beziehen, sowie Fein-PTys zur Kennzeichnung ganz bestimmter Ereignisse möglich. Es steht jedem Programmanbieter frei ob und wie diese technische Möglichkeit genutzt wird. Definiert sind 56 verschiedene Codes, die in 6 verschiedene Kategorien sortiert sind. Die Kategorien umfassen Information (mit z.B. Nachrichten, Sport, Wetter, Verkehr, Tourismus, ...) Unterhaltungsmusik (mit z.B. Pop, Rock, Jazz, Country, ...) Klassische Musik (mit z.B. Oper, geistliche Musik, Leichte Klassik, ...) Bildung (mit z.B. Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Umwelt, ...) Kultur (mit z.B. Hörspiel, Religion/Phillosophie, Satire, ...) Sparten (mit z.B. für Kinder, für Erwachsene, für Senioren, für Frauen, ....) Zusätzlich sind sogenannte "Announcement Types" (Durchsagearten) definiert. Diese dienen dazu kurze Durchsagen und Meldungen entsprechend zu kennzeichnen. Dies können z.B. Warnmeldungen oder Verkehrshinweise sein. Diese Funktion kennt man vom Grundprinzip her schon vom ARI oder UKW-RDS TP/TA: Wenn eine Verkehrsdurchsage kommt kann der Empfänger automatisch von CD auf Radio wechseln, damit man keine wichtige Meldung verpaßt. Bei Digital Radio gibt es nun mehr Unterscheidungsmöglichkeiten und diese können auch zuverlässiger und zeitgenauer signalisiert werden. Vorgesehen sind folgende 8 Typen: Straßenverkehr, öffentliche Verkehrsmittel, Katastrophenalarm, Warnungen, Nachrichtenschlagzeilen, Wettervorhersage, Veranstaltungshinweise, spezielle Durchsagen, Es bleibt aber auch hier den einzelnen Radioprogrammanbieter überlassen welche Kennungen Sie wann und in welcher Art signalisieren.
 
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S
Secondary Service Component/Secondary Audio
Secondary Service Components sind Service Components die zusätzlich zu einer Primary Service Component in einem Service integriert sind. Diese Secondary Services laufen bei Aufruf des Service zunächst im Hintergrund und können erst auf Wunsch in den Vordergrund geholt werden. In einem Service können mehrere solcher Secondary Services enthalten sein. Ist ein Secondary Service ein Audiostream, so spricht man auch von Secondary Audio. Dies kann zum Beispiel dazu genutzt werden um zu einem primären Radiovollprogramm, ein sekundäres Verkehrsprogramm auszustrahlen, auf das man auf Wunsch jederzeit umschalten kann.
 
Sendernetzbetreiber
Von der Regulierungsbehörde für Telekomunikation und Post für den Betrieb von DAB-Sendernetzen lizenzierte Unternehmen. Aufgabe dieser Firmen ist es, die Verbreitung von Digital Radio-Programmen und Diensten durch den Aufbau eines DAB-Sendernetzes sicherzustrellen.
 
Service
In einem Ensemble sind Services die logischen Einheiten, die der Benutzer auswählen kann. Jeder Service hat dabei eine ID und einen Namen. Dieser Name wird im Display bei der Auswahl angezeigt. Der Service besteht aus einer oder mehreren Service Components, die jeweils zu einem Subchannel verknüpfen. Je nachdem um was für einen Service es sich handelt können unterschiedliche Service Components und Subchannels assoziiert sein. So können Audiostreams und NPAD Daten in dem Service zusammen gefaßt werden oder auch mehrere Audiostreams. Wenn ein Service aus mehr als einer Service Component besteht, dann gibt es immer eine primäre (primary service) und ggf. mehrere sekundäre (secondary service). Die primäre Komponente wird aktiviert sobald man den Service auswählt. Man kann dann ggf. auf die vorhandenen serkundären Services umschalten. Verschiedene Services können dabei die selben Service Componenten
 
Service Component
Services können aus einer oder mehreren Service Components (Service Komponenten) bestehen. Service Components stellen zusammen mit den Services die logischen Einheiten dar, mit denen der Benutzer konfrontiert wird. Jede dieser Service Componentes verweist auf einen Subchannel. Dabei können beliebig viele Service Components auf denselben Subchannel verweisen. Die Namen der Service Components die auf den Subchannel verweisen können dabei unterschiedlich sein. Subchannels auf die keine Service Component verweist, sind vom (normalen) Benutzer auch nicht nutzbar und bleiben unsichtbar.
 
Stream Mode
Der stream mode sieht eine kontinuierliche Bandbreite und einen kontinuierlichen Datenstrom vor. Die Audiodaten der Radioprogramme werden grundsätzlich im stream mode übertragen. Die Datendienste können ebenfalls im stream mode, oder alternativ, im package mode übertragen werden.
 
Subchannel
Ein DAB Multiplex ist aufgeteilt in mindestens ein, in der Regel aber mehrere Subchannels. Jeder Subchannel trägt dabei eine eigene ID, hat eine bestimmte Bandbreite und einen bestimmten protection level und einen Übertragungsmodus (stream oder package). Jedes Audioprogramm (also jedes einzelne Radioprogramm) wird in einem seperaten Subchannel übertragen (die im stream mode laufen). Die NPAD Daten werden ebenfalls in einem oder mehreren seperaten Subchannels übertragen (und zwar zumeißt im packet mode). Subchannels erscheinen nur im Zusammenhang mit einem Service. Sie werden als Service Component an einen oder mehrereServices angehängt. Somit kann ein und derselbe Subchannel in verschiedenen Services benutzt werden. Zum Beispiel das eine Mal als primary service und in anderen Fällen als secondary service.
 
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T
TA
Abkürzung für Traffic Announcements (= Verkehrsdurchsagen). Ähnlich wie PTy stammt das System von UKW-RDS und wurde in DIGITAL RADIO übernommen. Durch TA kann leicht erkannt werden, wenn in einem Radioprogramm gerade eine Verkehrsdurchsage läuft. Das ist in Digital Radio ebenfalls möglich, aber wird durch andere Systeme wie PTy, TMC und TPEG ergänzt und unterstützt.
 
TMC
Abkürzung für Traffic Message Channel (= Verkehrsnachrichten Kanal). Es handelt sich dabei um einen Datenkanal der bei Digital Radio im FIC mitgesendet wird. Dies hat den Vorteil, daß die Daten ohne Verzögerungen (wie sie z.B. beim MOT vorkommen) ausgestrahlt werden, was etwa für Falschfahrermeldungen besonders wichtig ist. Die Daten im TMC sind stark komprimiert und bezeichnen nur bestimmte Meldungstypen und bestimmte Straßenpositionen entsprechend einer Nummernliste. Der Empfänger muss diese Nummern wieder in normalsprachliche Meldungen übersetzen. Das System wurde ursprünglich für UKW-RDS entwickelt und genutzt. Trotz der starken Komprimierung konnten dort aber aus Kapazitätsgründen, nur Informationen für die wichtigsten Straßen übertragen werden. Bei Digital Radio stehen mehr Kapazitäten zur Verfügung um die TMC Daten schneller und öfter zu senden und dennoch alle Meldungen von allen Straßen mit zu senden, sodaß auch Ausweichempfehlungen und Staumeldungen für kleine Nebenstrecken und Ausweichrouten mit übertragen werden können. Einen wesentlich weiter gefaßten Ansatz geht dabei das neuere TPEG Konzept.
 
TPEG
Abkürzung für Traffic Protocol Expert Group (= Verkehrs Protokoll Experten Gruppe). TPEG ist sowohl der Name für das Gremium, als auch für das Protokoll. Es ist wesentlich ausführlicher und strukturierter als TMC, aber dadurch auch wesentlich datenaufwendiger, weshalb es für UKW-RDS überhaupt nichtmehr in Frage kommt, wohl aber für Digital Radio. Der wesentliche Vorteil von TPEG ist, daß hier auch georeferenzierte Daten eingebunden werden können, mit denen eine Unfallsstelle auf den Meter genau referenziert werden kann, auch unabhängig von Straßen, Kreuzungen und Anschlußstellen. Das Konzept von TPEG ist dabei so allgemein gefaßt, daß es auch Datenstrukturen für andere Anwendungen, wie etwa den öffentlichen Nahverkehr, Freizeit, Unterhaltung vorsieht bzw. offen läßt.
 
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U
UKW
Abkürzung für Ultrakurzwelle. Weltweiter Frequenzbereich für die Übertragung von Stereo-Radioprogrammen in analoger Technik.
 
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V
Viterbi-Decoder
Komponente im DAB-Empfangsgerät zur elektronischen Korrektur von Übertragunsgfehlern. Glossar wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung der Bayerischen Medien Technik GmbH, München
 
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